Der Versicherungs- und Vorsorgemarkt befindet sich im Wandel. In der Vergangenheit war der Vertrieb überwiegend durch Ausschließlichkeitsvertreter geprägt, was sich nach und nach verändert. Die Vertriebswege Bankenvertrieb und Internet nehmen zu und sorgen für wachsenden Konkurrenzdruck. Seit Jahren drängen auch Versicherungsmakler, welche Ihren Ursprung im Industrie- und Gewerbegeschäft haben, immer stärker in den Privatkundensektor und gewinnen durch Ihre Unabhängigkeit und durch Ihren Status des Interessenvertreters immer mehr Kunden.
Inzwischen entfallen bei großen deutschen Versicherern knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes jeweils auf die Vertriebswege Bank und unabhängige Vermittler. Dies bedeutet zwangsläufig, dass sich der Umsatzanteil der Ausschließlichkeitsvermittler von ehemals annähernd 100% auf ein Drittel reduziert hat.
Der Markt ist durch einen Verdrängungswettbewerb geprägt. Einige Versicherer können ein Wachstum nur noch durch Fusionen oder Aufkäufe generieren. Einige Traditionsunternehmen, wie beispielsweise Colonia, Victoria, … sind vom Markt verschwunden.
Die Kunden sind heute mündig, durch Print- und Onlinemedien sind sie über das Preis- Leistungsverhältnis von vielen Produkten gut informiert. Die Anzahl der Finanz-, Vorsorge und Versicherungsverträge hat nicht abgenommen, jedoch verteilen sich diese Verträge auf viele unterschiedliche Unternehmen und Vermittler. Die Vertragsdichte des einzelnen Kunden nimmt ab.
Die Verbraucher, als „Rosinenpicker“, suchen die Möglichkeit die besten Angebote des Marktes zu finden und wünschen sich dabei einen festen Ansprechpartner in allen Bereichen.
Der Druck auf den Vermittler durch das eigene Unternehmen wächst.
Die Unternehmen verschärfen Ihre Vertriebssteuerungen durch beispielsweise Geschäftspläne, unerreichbare Umsatzziele oder Wettbewerbe. Unter diesen Voraussetzungen kann der Vermittler die Erwartungen des Kunden nicht mehr erfüllen, da seine Empfehlungen und Beratungen nur noch durch die Unternehmensvorgaben geprägt sind.
Anfallende Verwaltungsarbeit wird schrittweise aus den Unternehmenszentralen hin zu den Agenturen verlagert. Hinzu kommen die steigenden gesetzlichen Anforderungen an den Vermittler durch die Beratungs- und Dokumentationspflichten. Der Mehraufwand im Bereich Verwaltung steigt immens und führt zwangsläufig zu weniger Verkaufsgesprächen und folglich weniger Umsatz.
Langjährige Kundenbeziehungen zerbrechen, da bei aller Zufriedenheit mit dem persönlichen Berater ein Preisunterschied von 50% oder mehr nicht argumentiert werden kann. Dem Vermittler sind jedoch die Hände gebunden.